Vereinschronik des SV Germania Ripdorf
Gründung & frühe Jahre (1919–1929)
Die Wurzeln des SV Germania Ripdorf reichen ins Jahr 1919 zurück. Im „Gasthaus Rühn“ trafen sich damals sportbegeisterte Männer, um Fußball zu spielen – zunächst noch „wild“ und ohne offizielle Strukturen. Bereits 1920 folgte die offizielle Vereinsgründung.
Der Landwirt Bauer Jahns stellte ein erstes Spielfeld zur Verfügung, das zwar provisorisch war, aber den Grundstein für den Verein legte. 1928 pachtete Germania Ripdorf ein rund neun Morgen großes Gelände von der Domäne Oldenstadt. In Eigenleistung entstand dort eine Sportanlage, die am 9. Juni 1929 feierlich eingeweiht wurde. Zu dieser Zeit verfügte der Verein bereits über drei Herren- und zwei Jugendteams sowie Abteilungen für Leichtathletik und Faustball, später kam noch eine Schießanlage hinzu.

Zwischenkriegszeit & Zweiter Weltkrieg (1930er–1945)
1938 fusionierte Germania Ripdorf mit dem Reichsbahn Sportverein Sperber Veerßen, der liebevoll „klein aber fein“ genannt wurde.
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs kam der Sportbetrieb 1942 zum Erliegen. Nach Kriegsende beschlagnahmten englische Besatzungstruppen die Anlage, zeitweise nutzte der SC 09 Uelzen das Gelände.
Wiederaufbau & Aufbauphase (1946–1970er)
1946 erfolgte die Neugründung als
Sportvereinigung Germania Ripdorf. Das erste Pflichtspiel nach dem Krieg führte die Mannschaft per Pferd und Wagen nach Oetzen. Bereits 1948 ging der Sportplatz zurück in Vereinsbesitz.
Neben dem Fußball entstand auch eine Handballabteilung (1948–1950). Sportlich pendelte der Verein in den Folgejahren zwischen 1. Kreisklasse, Kreisliga, Bezirksklasse und Bezirksliga.
Vereinsführung & Infrastruktur (1950er–1980er)
Prägende Persönlichkeit dieser Zeit war Hermann Hillmer, der den Verein von 1953 bis 1974 leitete. Zwischen 1980 und 1982 entstand am Sportplatz ein Vereinsheim. Von 1984 bis 1993 übernahm Horst Siemens die Vereinsführung.
Aufschwung & sportliche Höhepunkte (1989–2000er)
Zwischen 1989 und 2002 entwickelte sich Germania Ripdorf zur
dritten Kraft im Uelzener Fußball, mit Platz 4 in der Bezirksliga als sportlichem Höhepunkt.
Ein echtes Highlight war das Jubiläumsspiel 2000 zum 80-jährigen Bestehen: Vor 1.600 Zuschauern trat Bundesligist
Hansa Rostock an und gewann standesgemäß 9:0.
2006/07 folgte nach 13 Jahren Bezirksliga der Abstieg in die Kreisliga.
Traditionsevent: AZ-Presse-Cup (seit 2007)
Seit 2007 richtet Germania Ripdorf den
AZ-Presse-Cup aus – eines der größten Hallenfußballturniere der Region. Dieses Turnier zählt bis heute zu den Höhepunkten im Vereinskalender.
Kurios: 2020 machte die 2. Herren deutschlandweit Schlagzeilen, als sie „kontaktlos“ aus Corona-Sorge spielte und mit 0:37 verlor.
Heute – Struktur & Vereinsleben
Der SV Germania Ripdorf ist längst mehr als ein Fußballverein. Neben der 1. und 2. Herrenmannschaft sowie den Jugendteams U14, U15 und U17 gehören inzwischen auch weitere Sportangebote und Gemeinschaftsformen zum Verein:
- Darts
- Krav Maga
- Sparclub
- Freundeskreise
Damit bietet der Verein ein lebendiges Netzwerk für Sport, Freizeit und Zusammenhalt – quer durch alle Generationen.
Überblick – Kurzchronik
- 1919–1929: Erste Spiele, offizielle Gründung 1920, Sportanlage 1929
- 1930er–1945: Fusion mit Sperber Veerßen, Stillstand im Krieg
- 1946–1970er: Neugründung, Rückgewinnung der Anlage, sportlicher Auf- und Abstieg
- 1953–1974: Vorsitz Hermann Hillmer, später Bau des Vereinsheims (1980–82)
- 1989–2002: Dritte Kraft im Kreis Uelzen, Platz 4 Bezirksliga
- 1995: Kreispokalsieg und Meisterschaft (Double) unter Hartmut Kolatte
- 2000: 80-jähriges Jubiläumsspiel gegen Hansa Rostock (1.600 Zuschauer)
- 2006/07: Abstieg in die Kreisliga
- Seit 2007: Organisation des AZ-Presse-Cups
- Heute: Vielfältige Sportsparten, starke Jugendstruktur
Der SV Germania Ripdorf blickt auf über 100 Jahre bewegte Vereinsgeschichte zurück – von improvisierten Anfängen über Kriegswirren und Wiederaufbau bis hin zu sportlichen Glanzpunkten und neuen Sparten. Heute ist der Verein nicht nur sportliche Heimat, sondern auch sozialer Treffpunkt für viele Menschen im Raum Uelzen.